Die Folge für uns und unsere Webseitenanalyse
Für Webseitenbetreiber und Werbetreibende heißt das, dass über kurz oder lang immer weniger Nutzerdaten durch Cookies gesammelt werden können.
Die Auswirkungen sind auch in Analysen sichtbar. Zum Beispiel gehen die bei Tools wie Google Analytics verzeichneten Besucherzahlen stückweise zurück oder man kann über Google Ads keine Conversions mehr nachverfolgen.
Je weniger Daten für die Analyse zu Verfügung stehen, desto ungenauer werden Aussagen in Bezug auf das Nutzerverhalten der Webseite. Das erschwert die Planung und Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen und Kampagnen, außerdemdem lassen sich so nur schwer Erfolge von Maßnahmen nachweisen.
Sollten Cookies letztendlich nicht mehr möglich sein, muss man, sofern sich keine Alternative finden lässt, zu Gunsten des Datenschutzes auf ursprünglichere Methoden der Marketinganalyse wie Umfragen zurückgreifen.
Unsere Alternativen zu Cookies
Es ist nicht einfach eine Alternative zu den Cookies zu finden. Was viele nicht wissen ist, dass sich die DSGVO und das EuGH Cookie Urteil nicht ausschließlich auf die Cookies beziehen, sondern auf den allgemeinen Verarbeitungsprozess von Nutzerdaten.
Somit würden alle Methoden und Konzepte die Nutzerdaten sammeln und somit die Cookies ablösen unter dieser Verordnung fallen. Auch der Versuch von Google und Facebook Third-Party-Cookies in First-Party-Cookie zu verstecken ist nur eine kurzfristige Lösung, denn auch diesem Trick werden die Datenschützer auf die Schliche kommen.
Neben den Tricks und Schummeleien gibt es auch alternative Konzepte wie anonymisierte und pseudonymisierte Nutzeridentitäten. Sofern diese nicht unter dieselben Regulationen der DSGVO fallen wie die Cookies, könnte sie eine echte Alternative darstellen. Bisher sind die Konzepte dafür aber nur vage.
Eine geeignete Alternative für Endkunden und ihren Webbrowsern, die nicht unter die Regulationen der DSGVO fällt, ist noch nicht gefunden.
Allerdings muss man nicht zwingend nur den Endnutzer betrachten, denn unsere Webserver sammeln auch Daten, das sogar vom Gesetz erwünscht.
Serverlogs nur eine halbe Lösung
Das neue Stichwort für Werbetreibende und Webseitenbetreiber lautet Serverlogs. Jeder Webserver eines guten Hosters speichert Zugriffsdaten in sogenannten Logfiles. Diese Informationen enthalten Angaben wie die IP-Adresse, den Timestamp an dem sich mit dem Server verbunden wurde, die gewählte Ziel-URL, die Ursprungs-URL und die Verbindungsdauer. Webseitenbetreiber haben das Glück, dass die meisten Hoster diese Werte für die eigene Domain sauber aufbereiten und bereitstellen, dies geschieht durch diverse Analyse-Werkzeuge.
Hier unterscheidet es sich von Hoster zu Hoster.
Aus diesen aufbereiteten Daten lassen sich konkreten Zahlen zur Besucheranzahl innerhalb eines gewählten zeitlichen Intervalls, die Seitenaufrufe und die Verbindungsdauer, um nur einige Werte zu nennen, genau bestimmen.
Auch wenn diese Logfiles wie eine Lösung für das Cookie-Problem klingen, treten hier wiederum ganz andere Schwierigkeiten ans Licht. Wer sich als einzelner Webseitenbetreiber in sein Webhosting-Interface, auf der Seite des Hosters, anmeldet kann ohne weiteres auf diese Daten zugreifen.
Werbetreibende und Agenturen kommen aber nicht so einfach an die Kundendaten und müssen sich von ihren Kunden den Zugang geben lassen. Der Login in das Webinterface des Hosters ist nämlich gleichbedeutend mit einem vollumfänglichen Zugriff auf die Webseite, den Datenbanken und dem Webserver ist.
Neben den Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Sicherheit kann es auch zu rechtlichen Problemen wegen der Haftung und den Vertragsbedingungen der Hosting-Anbieter kommen.
Die Zusammenarbeit zwischen Werbetreibenden und Kunden muss sich ändern, der Aufwand für Analysen wird steigen
Für ihre Arbeit brauchen Werbetreibende zuverlässige Daten. Durch die DSGVO werden jedoch alle Daten, deren Erhebung das aktive Einverständnis des Endnutzers voraussetzt zunehmend inkonsistent. Das betrifft nicht nur die Cookies, sondern auch die Alternativen, welche einen Datenverarbeitungsprozess mit Nutzerdaten einleiten.
Solange es keine Alternative zu den Cookies gibt, die nicht der DSGVO unterliegt, muss man sich anderer Mittel bedienen oder mit dem arbeiten was zur Verfügung steht und sich mit sinkenden Zahlen abfinden. Das vielversprechendste Mittel sind die Server Logfiles, hier begeben sich Werbetreibende und Agenturen aber auf rechtliches Glatteis, weswegen die Zuarbeit von Kunden und Webseitenbetreiben gefragt ist. Die Nutzerdaten müssen den Werbetreibenden und Agenturen zugänglich gemacht werden.
Es gibt für dieses Problem noch keine optimale Lösung und im Einzelfall muss das Vorgehen mit jedem Kunden abgesprochen werden, aber eins steht fest der Aufwand für Webanalysen ist um ein Vielfaches angestiegen.
Es bleibt also abzuwarten ob sich unter Umständen Konzepte von pseudonymisierten oder anonymisierten Nutzeridentitäten für die konsistente Datenverarbeitung etablieren werden, die keine Zustimmung vom Endnutzer brauchen.
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